Autor: Thomas Zimmermann Nachfolgeexperte Berner Kantonalbank (BEKB)

Im Zusammenhang mit der Nachfolge stellen sich Fragen wie: Warum gestaltet sich das ausgerechnet bei meinem Unternehmen so schwierig? Gibt es denn keine Standardlösungen? Über 90 000 Schweizer Firmen werden in den nächsten Jahren vor ihrer Nachfolgeregelung stehen. Das entspricht rund 15 % von allen Unternehmen. Nahezu jedes dritte KMU verschwindet, weil es nicht gelingt, das aufgebaute Lebenswerk in geeignete Hände zu übergeben. Damit wird klar, dass der Nachfolgeprozess zu den wichtigsten strategischen Aufgaben der Unternehmer gehört. Immer wieder wird uns die Frage gestellt, warum sich die Nachfolge so kompliziert und schwierig gestaltet. In erster Linie sind es folgende drei Punkte, welche die Nachfolgen voneinander unterscheiden:

Nachfolgefähigkeit
Zu Beginn des Prozesses befindet sich jedes Unternehmen an einem anderen Ort in der Nachfolgefähigkeit. Nachfolgefähigkeit bedeutet, dass die Firma so aufgestellt ist, dass sie vom Nachfolger ohne nachträgliche grosse Investitionen gekauft werden kann. Für das Unternehmen kann das zum Beispiel bedeuten, sich von allem nicht Betriebsnotwendigen (Substanz, Liquidität, Liegenschaft usw.) zu trennen, die Gesellschaftsform anzupassen oder Jahresrechnungen transparent zu gestalten. Dieser Prozess gestaltet sich jeweils vollkommen verschieden.

Die drei Ökosysteme
Das Unternehmen, der Verkäufer und der Käufer stellen drei individuelle Ökosysteme dar und müssen eine beachtliche gemeinsame Schnittmenge aufweisen, damit die Übergabe gelingt. Jedes dieser drei Ökosysteme ist individuell unterwegs und zudem externen Einflüssen ausgesetzt. Ein Beispiel: Eine Unternehmerin hatte geplant, nach dem Verkauf der Firma mit ihrem Mann auf dem Europäischen Wanderweg vom Nordkap bis Sizilien zu wandern. Dieses Vorhaben konnte nach dem Skiunfall ihres Ehegatten nicht realisiert werden und das Ziel wurde unerreichbar. Aufgrund von diesem externen Ereignis hat sie die Firma nicht verkauft und führt sie jetzt über das Pensionsalter hinaus weiter.

Emotionen und kompetente Sparringpartner
Emotionen lassen sich nicht steuern, sondern brechen orkanartig über einen herein. Es lauern bei sämtlichen Prozessschritten emotionale Fallen, bei denen es um Werte, Verteilung, Rollen, Wahrnehmung und Beziehung geht. Ein typischer Klassiker ist der Ego-Konflikt des Unternehmers. Beim Besichtigungstermin des potenziellen Käufers erkennt dieser Rationalisierungspotenzial und äussert diese unbedarft. Solche Äusserungen treffen den Verkäufer in seinem Ego. Diverse Nachfolgen sind exakt an so einer trivialen Situation gescheitert.
Um genau diese Fragen und Fallen rund um die Weitergabe und Übernahme einer Unternehmung zu beantworten und zu lösen, sind kompetente Sparringpartner von grossem Nutzen. Diese Rolle können die Finanzcoaches der BEKB übernehmen, denn sie verfügen über erfahrene Teams, die bereits verschiedenste Unternehmensweitergaben begleitet haben. Sie sind Profis bei Vorsorgethemen sowie Finanzierungs- und Anlagefragen. Die BEKB verfügt ausserdem über ein breites Netzwerk von externen Spezialisten rund um die Nachfolgeregelung.