Autor: Andreas Maurer, Berater Firmenkunden, Mitglied der Direktion bei der BEKB | BCBE

Die Übergabe des eigenen Lebenswerks in geeignete Hände ist für Unternehmerinnen und Unternehmer ein wichtiges Thema. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit der Nachfolgeregelung in KMU lohnt sich – genauso wie der Einbezug von Expertinnen und Experten. Über 75 000 Firmen in der Schweiz steht in den nächsten Jahren die Nachfolgeregelung an. Das entspricht immerhin 13,1 Prozent aller Unternehmen. Nahezu jedes dritte KMU in der Schweiz verschwindet, weil es nicht gelingt, das aufgebaute Lebenswerk in geeignete Hände zu übergeben. Damit wird klar: Die Gestaltung des Nachfolgeprozesses gehört zu den wichtigsten strategischen Aufgaben von Unternehmerinnen und Unternehmern.

Egal, ob Einzelunternehmen, GmbH, AG oder eine andere Rechtsform: Ein Unternehmen kann im Kreis der Familie weitergegeben (Family buy-out), an eine firmenexterne Nachfolgeperson verkauft (Management buy- in) oder an Mitarbeitende übergeben werden, die nicht zur Familie gehören (Management buy-out). Gemäss dem KMU-Portal des Bundes gehen in der Schweiz 45 Prozent der Firmen an Familienmitglieder, 30 Prozent an Mitarbeitende und 25 Prozent an externe Personen. Management buy-ins können für beide Seiten eine Chance sein: Die Verkäuferschaft kann dadurch das Know-how in der Firma erweitern. Und die Käuferschaft – häufig wachstumsorientierte Unternehmen oder Start-up-Interessierte – erhalten die Möglichkeit, rasch zu wachsen oder in ein gut funktionierendes Unternehmen einzusteigen, ohne selber eine Firma gründen zu müssen. Eine Übernahme ist deutlich erfolgversprechender als die Gründung eines Unternehmens: Gemäss der KMU-Studie der Stiftung KMU Next beträgt die Überlebensrate nach fünf Jahren bei übernommenen Firmen 95 Prozent, bei Neugründungen dagegen nur 50 Prozent.

Wer sein Lebenswerk dereinst in geeignete Hände weitergeben will, ist gut beraten, mit der Planung Jahre im Voraus zu beginnen. Die Weitergabe muss nicht in einem einzigen Schritt erfolgen: Möglich ist auch ein etappenweises Vorgehen durch den frühzeitigen Einbezug von neuen (Mit-)Eigentümern. Der stetige Austausch mit potenziellen Partnern oder Käuferinnen, aber auch mit anderen Unternehmern, lohnt sich deshalb. Viele unterschätzen den emotionalen Aspekt einer Weitergabe. Die Kultur der neuen Eigentümerschaft muss auch zum Unternehmen passen – die Suche braucht entsprechend Zeit. Für die Verkäuferschaft und die Käuferschaft sind zudem juristische, steuerliche und administrative Aspekte zu beachten. Deshalb ist der frühzeitige Einbezug von geeigneten Expertinnen oder Experten – auch sie müssen zur bestehenden Unternehmenskultur passen – wichtig.

Um alle Fragen rund um die Weitergabe und Übernahme einer Unternehmung im Blickfeld zu haben und beantworten zu können, sind kompetente Sparringpartner von grossem Nutzen. Diese Rolle können die Kantonalbanken übernehmen: Sie verfügen über erfahrene Teams, die bereits viele Unternehmensweitergaben begleitet haben. Ihre Expertinnen und Experten sind Profis in Finanzierungs- und Anlagefragen sowie in Vorsorgethemen. Die Kantonalbanken verfügen über ein ausgezeichnetes Netzwerk von externen Spezialistinnen und Spezialisten rund um Nachfolgeregelungen.