Autor: Raphael Häfliger, Produktmanagement Basisleistungen & Zahlen, Luzerner Kantonalbank AG

Die Corona-Pandemie hat mit all ihren Schutzmassnahmen dem schon länger anhaltenden Trend zum bargeldlosen Bezahlen in der Schweiz weiteren Auftrieb verschafft. So sind die Transaktionen am Bankschalter im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um über einen Drittel zurückgegangen. Auch die Geldbezüge an den Bancomaten haben sich 2020 aktuell um mehr als einen Viertel reduziert.

Kartenzahlungen unverändert beliebt  

Besonders beliebt sind nach wie vor Zahlungen mit Debit- und Kreditkarten. Immer öfter bezahlen Menschen auch via Smartphone. Kürzlich wurde entschieden, die im Frühjahr 2020 ursprünglich befristet angesetzte Betragshöhe für eine kontaktlose Kartenzahlung ohne PIN-Eingabe nun definitiv bei 80 Franken zu belassen. Das ist ebenfalls ein Zeichen, dass sich die Kartenzahlung bei den Konsumentinnen und Konsumenten noch stärker etablieren wird. 

Für die Händler, die sich aufgrund von eher tiefen Verkaufsumsätzen bisher dagegen entschieden haben, Kartenzahlungen für ihre Kundschaft anzubieten, gibt es mittlerweile passende Lösungen, die sich ohne grosse Anschaffungskosten installieren lassen. 

QR-Rechnung statt Einzahlungsscheine

Neben den Boom der bargeldlosen Transaktionen am Verkaufspunkt hat sich mit der Einführung der QR-Rechnung per Mitte 2020 die Rechnungsstellung fundamental verändert. Anstelle der traditionellen roten und orangen Einzahlungsscheinen scannen Bezahlende einen QR-Code ein. Dank der darin hinterlegten Daten steigt die Datenqualität entlang des gesamten Zahlprozesses. Somit verbessern sich auch die Möglichkeiten einer direkten, automatisierten Verbuchung für den Rechnungssteller. Einzahlungsscheine sind zwar weiterhin im Umlauf, werden aber bald der Vergangenheit angehören. 

eBill ohne physische Rechnung weiter auf dem Vormarsch

Die QR-Rechnung gilt dabei lediglich als eine Etappe auf der Evolutionsachse in Richtung digitale Rechnungsstellung. Der nächste, logische Schritt ist die eBill. Mit eBill fällt der gesamte physische Teil der Rechnungsstellung weg. Kein Papier, kein Couvert, keine Briefmarke, kein Einzahlungsschein, kein gedrucktes Rechnungsdoppel, sondern alles digital, schnell, verlässlich und dadurch für alle Parteien kostengünstiger und einfacher. Aktuell nutzen bereits rund zwei Millionen Schweizerinnen und Schweizer die eBill regelmässig als Zahlungsmittel und wickeln dabei rund 40 Millionen Rechnungen pro Jahr ab. Rechnungssteller können eBill direkt aus ihrer Finanzapplikation (ERP) ins Netzwerk laden und so den Kunden in ihr E-Banking zustellen. 

«Instant Payment»: der nächste Meilenstein

Neben bargeldlosen Transaktionen oder dem digitalen Rechnungsversand gibt es aktuell in der Schweiz eine Vielzahl von weiteren Vorhaben, die das zukünftige Bezahlen noch einfacher und effizienter gestalten werden. Ein Beispiel hierfür ist sicher das «Instant Payment»: Hier ist geplant, Zahlungen ab den Jahren 2023/2024 in Echtzeit 7x24 direkt zu vergüten und auf dem jeweiligen Konto gutzuschrieben. Die Entwicklung des Zahlungsverkehrs wird also auch in den kommenden Jahren mit grossen Schritten voranschreiten. Für KMU lohnt es sich, diese Fortschritte sorgfältig im Auge zu behalten.