Autor: Claude Reck, Leiter Trade Finance, Luzerner Kantonalbank

Die Corona­Pandemie hat uns in aller Deutlichkeit vor Augen geführt, wie verletzlich der weltweite Handel ist: Lieferverzögerungen durch verspätete Containerschiffe verteuern die Fracht. Frachtraum ist plötzlich schwerer zu finden und zu mieten. Exportorientierte Unternehmen bzw. Firmen, deren Wertschöpfung auf internationalen Lieferketten basiert, sind hier besonders exponiert. «Trade Finance­Produkte» von Banken helfen den Unternehmen, solche Geschäfte auch in bewegten Zeiten sicher abzuwickeln.

Sicherheit wird wichtiger

Die Zahl der sogenannten Open­Account­Geschäfte, also die Lieferung gegen Rechnung, bei dem eine Partei darauf vertraut, dass die Gegenpartei termingerecht liefert bzw. recht­ zeitig und vollständig bezahlt, nimmt im internationalen Warenverkehr ab. Unternehmen interessieren sich vermehrt für Sicherheiten, um die Risiken beim Handelsgeschäft – sei es beim Import oder Export – so gut wie möglich zu minimieren. Akkreditive und Bankgarantien decken genau dieses Bedürfnis ab.

Akkreditiv oder Bankgarantie?

Will sich ein Unternehmen gegen Risiken wie Liefer­ oder Zahlungsausfall schützen, kommt im Normalfall ein sogenanntes Akkreditiv zum Zuge. Das A und O bei diesem Geschäft sind korrekt ausgestellte und eingereichte Dokumente. Internationale Richtlinien sorgen dafür, dass die Akkreditivvorschriften auf der ganzen Welt einheitlich ausgelegt werden.
Ein weiteres Absicherungsinstrument sind Bankgarantien. Diese dienen beispielsweise dazu, den Käufer gegen allfällige Mängel nach erfolgter Lieferung oder bezogener Leistung abzusichern. Ein weiteres Beispiel für den Einsatz einer Bankgarantie ist die Gewähr für den Käufer, dass der Verkäufer die vertraglichen Liefer­ und Leistungsverpflichtungen einhält.

Beratung durch die Bank als Erfolgsfaktor

Vor dem Hintergrund der zahlreichen Möglichkeiten ist es für Unternehmen nicht immer einfach, das jeweils passgenaue Absicherungsinstrument auszuwählen und einzusetzen. Hier empfiehlt es sich, eine fundierte Beratung durch das Trade­Finance­Team einer Bank in Anspruch zu nehmen, um das richtige Produkt auszuwählen und damit Zeit, Geld und Nerven zu sparen. Erfolgsfaktoren auf Seiten der Bank sind dabei die Kenntnisse des Geschäftsmodells des Kunden, seiner internen Abläufe und seiner Sicherheitsbedürfnisse.

Kosten im Promillebereich

Die Bank erhebt für den Einsatz von Absicherungsprodukten im Import­ und Exportgeschäft eine Kommission. Diese variiert je nach Art des Geschäfts und dem eingesetzten Produkt und bewegt sich in der Regel im Promillebereich. Vergleicht man die Preislisten der Banken, sind lediglich sehr kleine Unterschiede festzustellen. Für Unternehmen lohnt es sich in jedem Fall, internationale Geschäfte abzusichern: Falls ein Container leer angeliefert wird, die Ware mangelhaft ist oder ein Schiff im Kanal stecken bleibt, können für die Beteiligten Kosten anfallen, die weit höher sind als die Kosten einer konsequent vorgenommenen Absicherung.

Fazit

Was ist also zu tun, wenn man als Unternehmen den grösser werdenden Risiken im internationalen Geschäft ausgesetzt ist? Es empfiehlt sich, mit seiner Bank Kontakt aufzunehmen, nach den angebotenen Trade­Finance­Dienstleistungen zu fragen und ein erstes, kostenloses Beratungsgespräch zu vereinbaren. Wenn Unternehmen wissen, welche Risiken vorhanden sind und wie man diese minimieren kann, ist das gut investierte Zeit.