Autor: Men Knecht, Teamleiter Unternehmerbank, Luzerner Kantonalbank AG

«Sorge dich nicht um die Ernte, sondern um die richtige Bestellung deiner Felder.» Dieses Sprichwort von Konfuzius gilt auch für die Fragestellungen zur optimalen Planung, Finanzierung und Umsetzung von Investitionen. Ist die aktuelle und die letztjährige Ernte – das heisst der aktuelle und vergangene Erfolg – die richtige Grundlage, um zukunftsweisende Entscheide zu treffen? Ja, denn der bisherige Erfolg ist das Resultat der wegweisenden Entscheide in der Vergangenheit und kann den Unternehmern und Unternehmerinnen wichtige Anhaltspunkte für die weitere Zukunft ihres Unternehmens liefern. Aber das allein reicht nicht.

Strategische Planung gibt Sicherheit

Wenn sich die Unternehmer/-innen in ihrem Planungsprozess mit den Investitionen befassen, dann geht es um die «richtige Bestellung ihrer Felder», sprich um die nachhaltige Weiterentwicklung ihrer Unternehmen. Im alljährlichen Budgetprozess werden auch die anstehenden Investitionen geplant, bewertet und für die Umsetzung priorisiert. Die Finanz- und Liquiditätsplanung gibt Aufschluss darüber, ob man die Anschaffung vollumfänglich oder teilweise aus eigenen Mitteln oder mit einer zusätzlichen Finanzierung tätigen kann. Dabei geht es vielfach um die Ersatzinvestitionen, welche die Fortführung der aktuellen Geschäftstätigkeit sicherstellen sollen. Anschaffungen oder Neuinvestitionen, welche das eigene Geschäftsmodell oder den bisherigen Prozess relevant verändern (zum Beispiel die Übernahme eines Lieferanten oder die Anschaffung einer neuen Verpackungsstrasse, um die eigene Wertschöpfungskette zu vergrössern), laufen dagegen Gefahr, mangels «Dringlichkeit» eher tiefere Priorität zu erhalten, obwohl sie für die Entwicklung des Unternehmens von hoher Wichtigkeit sind. Das birgt Gefahren.

Investieren auf Basis der Mittelfristplanung

Es empfiehlt sich darum, Investitionsentscheide nicht nur auf dem jeweiligen Jahresbudget, sondern auch systematisch auf einer rollenden Mittelfristplanung (inkl. Investitions- und Finanzplanung) mit Zeithorizont von drei bis fünf Jahren zu treffen. Auf diese Weise stellt man sicher, dass man beim Stichwort «Investitionen» nicht nur die dringende Ersatzbeschaffung für die altersschwache Maschine im Auge hat, sondern die  Infrastrukturbedürfnisse für die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens in den kommenden Jahren.

Kumulation verhindern

Eine strategische Planung verhindert zwar nicht zwingend eine Fehlinvestition oder einen Liquiditätsengpass. Sie gibt aber Sicherheit, um zukunftsweisende Entscheide frühzeitig und auf einer soliden Grundlage zu treffen. Weiter kann sie das Risiko einer Kumulation von diversen Investitionsvorhaben mit relevantem Finanzierungsbedarf reduzieren.

Mit Mittelfristplanung auseinandersetzen

Gerade im jährlichen Budgetprozess ist es für Unternehmerinnen und Unternehmer zentral, sich nicht nur mit dem kommenden Jahr, sondern auch systematisch mit der eigenen Strategie, der strategischen  Mittelfristplanung und den daraus abzuleitenden Investitionsbedürfnissen auseinanderzusetzen. Teil dieses Prozesses muss auch sein, bei externen Einflussfaktoren wie globale politische Risiken oder Entwicklungen der Weltwirtschaft zu beurteilen, ob sie positiv oder störend auf die Entwicklung des eigenen Unternehmens wirken können.