Tätigt ein Unternehmen grenzüberschreitende Geschäfte oder möchte gar ins Ausland expandieren, sollte es  vorgängig unbedingt die damit einhergehenden Risiken bezüglich Zahlungssicherheit abklären. Passende Sicherungsinstrumente helfen KMU, sich vor einem möglichen Zahlungsausfall zu schützen. Das rasante Wachstum der Märkte in den Schwellenländern eröffnet für viele Firmen interessante Möglichkeiten. Mit der steten Zunahme des Exporthandels und der Erschliessung neuer und zum Teil wenig bekannter Märkte steigt jedoch auch das Risiko eines Zahlungsausfalls und damit das Bedürfnis, sich gegen einen solchen abzusichern. Informationen über die Zahlungsfähigkeit und -willigkeit eines Geschäftspartners bilden die Basis für ein vertrauensvolles Geschäftsverhältnis. Je unbekannter dem Unternehmen sein Kunde und der entsprechende Markt sind, desto schwieriger oder gar unmöglich gestaltet sich die Beschaffung solcher Informationen. Demzufolge erhöht sich auch das damit verbundene Risikopotenzial.

Sich über die betreffenden Länder informieren

Vor Abschluss eines Geschäfts ist es daher zu empfehlen, sich ein möglichst detailliertes Bild von kulturellen,  sprachlichen, politischen oder rechtlichen Unterschieden zu machen, die ein Geschäft beeinflussen können. Dazu gehört auch die Beschaffung von Informationen über die politischen und finanziellen Verhältnisse eines Landes. Es lohnt sich, bereits vor Vertragsabschluss zu prüfen, welche Risiken das Unternehmen allenfalls eingeht, wie deren Konsequenzen aussehen und welche davon das Unternehmen selbst tragen oder absichern will. Eine Möglichkeit der Absicherung ist das weltweit gebräuchliche Dokumentar-Akkreditiv. Dabei verpflichtet sich die Bank des Käufers, unwiderruflich einen bestimmten Betrag zu zahlen. Diese Zahlung wiederum ist abhängig vom fristgerechten Einreichen vereinbarter Exportdokumente durch den Verkäufer. Damit ist die Zahlung nicht von der Zahlungsfähigkeit des Käufers, sondern von jener der Akkreditivbank abhängig.
Als kostengünstiges Instrument zur Zahlungssicherung im Falle eines bereits bestehenden  Vertrauensverhältnisses zwischen Verkäufer und Käufer bietet sich das Dokumentar-Inkasso an. Hierbei  übernehmen die Banken eine ausschliesslich treuhänderische Funktion. Diese sieht vor, den Dokumentwert über den Bankenweg einzuziehen, wobei die Dokumente dem Käufer bei seiner Hausbank vorgelegt und gegen Bezahlung des Rechnungsbetrages ausgehändigt werden. Es besteht jedoch keine Garantie, dass der Importeur die Lieferung tatsächlich bezahlen kann oder will.

Unterstützung der KMU im internationalen Geschäft

Eine weitere Absicherungsmöglichkeit ist die Bankgarantie. Damit werden Forderungen abgesichert, die sich aus einem Darlehen, Lieferungen auf offene Rechnung oder einer sonstigen Verbindlichkeit ergeben. Im Falle der Nichteinhaltung vertraglicher Abmachungen verpflichtet sich die Bank, den garantierten Betrag zu zahlen. International gebräuchlich sind Offert-, Anzahlungs-, Erfüllungs- und Gewährleistungsgarantien. Auch die BEKB unterstützt im Espace Mittelland international tätige KMU bei der Beurteilung der vertraglichen Vereinbarungen mit ihren ausländischen Kunden sowie bei der Evaluation möglicher Absicherungsinstrumente – damit sie vor unliebsamen Überraschungen geschützt sind.