Autor: Stephan Amacker, Leiter Beratungsdesk für Jungunternehmen, Thurgauer Kantonalbank

Wann haben Sie Ihr Unternehmen zuletzt «gegoogelt»? Noch nie? Dann ist höchste Zeit dafür. Denn die Kunden werden es ziemlich sicher machen. Was früher der Blick ins Telefonbuch war, ist heute das Eintippen in die Internet-Suchmaschine. Mit einigen wichtigen Unterschieden: Das Ergebnis umfasst mehr als nur die reinen Kontaktdaten. Vielmehr kann jedermann eine Rezension schreiben und ein Unternehmen bewerten. Im Unterschied zum Verzeichnis zeigt eine Suchmaschine die Ergebnisse nicht in alphabetischer Reihenfolge an, sondern reiht sie anhand eines Algorithmus auf, der diverse und durchaus beeinflussbare Faktoren als Grundlage nimmt. Wenn das KMU nun solide Arbeit macht, aber schlechte Bewertungen hat und in der Internetsuche schlicht nicht gefunden wird, kann das schon einmal das eine oder andere potenzielle Geschäft kosten. Denn gerade viele junge Menschen suchen ihre Dienstleister im Web, sei es via Suchmaschinen oder in Sozialen Netzwerken.

Neue Dimension Web

Wie wichtig es ist, den Ruf des Unternehmens auch nach getanem Tagwerk weiterzutragen, wissen Unternehmerinnen und Unternehmer seit jeher. Wer sich selbst und das Unternehmen vorwärtsbringen möchte, lässt sich an Wirtschaftsapéros blicken, besucht Seminare, knüpft Kontakte, präsentiert sich ­ und die Firma ­ im besten Licht. Mit dem Internet hat sich in den letzten Jahrzehnten eine neue Dimension aufgetan, die sozialen Netzwerke haben das Marketing und ganze Geschäftsmodelle verändert. Gerade für viele kleine Unternehmen ist die Pflege einer Online-Präsenz aber eine grosse Herausforderung: Fehlendes Wissen, keine Zeit und schon gar keine finanziellen Mittel sind häufig Gründe dafür, dass keine oder nur eine mangelhafte Webpräsenz besteht. Dabei braucht es in der Regel keine ausgefeilte Online-Strategie, eine interaktive Webseite oder die Präsenz auf sämtlichen Sozialen Netzwerken. Bereits mit wenigen Massnahmen und einem erhöhten Bewusstsein für digitale Kanälen können Erfolge erzielt werden. Dafür lohnt es sich, folgende Punkte zu beachten:

  • Zuhören. Wissen Sie, ob und was im Netz über Sie gesprochen wird? Zuzuhören – auch Social Listening genannt – ist die Basis für sämtliche weitere Aktivitäten im Web.
  • Probieren. Legen Sie Profile in den Sozialen Netzwerken an. Schauen Sie sich um – und schauen Sie, was die Konkurrenz macht. Probieren Sie aus. Machen Sie sich Ihr persönliches Bild.
  • Mitarbeiter. Fragen Sie im Unternehmen herum. Nicht selten gibt es Mitarbeitende, die sich in ihrer Freizeit mit dem Internet und mit Sozialen Netzwerken befassen. Tauschen Sie sich auch mit der jüngeren Generation aus. Und lernen Sie dazu.
  • Partner. Sie können und wollen nicht selbst eine Webseite oder Social Media Accounts pflegen? Überlegen Sie sich, ob es sich lohnt, einen Profi zu engagieren.
  • Neugier. Seien Sie neugierig! Lassen Sie sich inspirieren und bleiben Sie offen für Neues.

Geschichten erzählen

Zu guter Letzt sollte der «soziale» Aspekt des Internets und der Sozialen Netzwerke nicht unterschätzt werden. Denn: Nebst ihrer Funktionalität als Vertriebswerkzeuge bieten sämtliche Plattformen eine gute und günstige Möglichkeit, mit der Community zu kommunizieren. Wo Menschen sind, sind auch Geschichten, und diese gilt es zu entdecken, denn sie verhelfen dem Unternehmen zu einem sympathischen Gesicht.